Artikel foodhunter 01/2010

Das ehemalige „G“ hat uns – aus welchen Gründen auch immer – nie verleitet, es öfter zu besuchen. So vergaßen wir auch diese Ecke nahe des Roecklplatzes. Jetzt allerdings hat der unterkühlte Winkel zwischen Glockenbach und Isarstrand alle Optionen ein Münchner Lieblingstipp zu werden. Shane McMahon hat Einzug gehalten in die einst kahlen Wände, hat Bilder aufgehängt von ihm, seinem Vater, beide beim Kochen. Hat Tischdecken gegen Holztische vertauscht, schiebt statt Grappa-Theke abends einen Servierwagen aus dem Flugzeug umher, gut bestückt mit bestem Whiskey – man muss wissen: Shane ist Ire. Das Kochen liegt ihm gentechnisch im Blut, die Stationen Bobby Breuer und Hans Haas waren wie Schleifen und Polieren, sagt er. Doch Sterneküche ist nicht, was er will. Was er kocht kommt aus dem Handgelenk, aus der Inspiration. Gebratene Jakobsmuscheln auf rote Beete-Shiitakepilzsalat, Zitronen-Couscous mit Green Shell Muscheln in Fenchel-Safran-Vinaigrette, Rinderfilet auf Topinambur-Gemüse. Europäisch-asiatisch.
Täglich kauft er morgens auf dem Großmarkt ein – „da springt mich dann plötzlich etwas an, knackig, frisch“. Das wird genommen und landet abends im Überraschungsmenü. Energie und Leidenschaft verströmt er. Vor allem am Herd. Gewürze sind sein Thema. Mutig sollen Hobbyköche sein, dem Salz und Pfeffer Wolfsbeeren hinzufügen oder zerstoßene getrocknete Limetten. Seine Kochkurse sind ohnehin eine Erfahrung für sich. „Was kochen wir denn?“ fragt er in die Runde und lässt von den Teilnehmern den Kühlschrank plündern. – Mal sehen, was daraus entsteht.

 

Von | 2017-03-24T14:29:31+00:00 10.01. 2010|News|0 Kommentare

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